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Allgemeine Informationen

Im Folgenden sind einige der Parameter näher beschrieben, die Platin-Dünnschichtsensoren während ihrer Betriebsdauer beeinflussen:

Messstrom und Selbsterwärmung

Bestromung erwärmt den Platin- Dünnschichtsensor. Der daraus resultierende Temperaturmessfehler ist gegeben durch:

Δt = P*S
mit P, der Verlustleistung = I2R
und S, dem Selbsterwärmungskoeffizienten in K/mW.

Die Selbsterwärmungskoeffizienten sind in den Datenblättern für die einzelnen Produkte angegeben. Die Selbsterwärmung ist abhängig vom thermischen Kontakt zwischen dem Platin- Dünnschichtsensor und dem umgebenden Medium. Wenn die Wärmeübertragung an die Umgebung effizienter ist, können höhere Messströme eingesetzt werden. Mit Platin-Dünnschichtsensoren ist dem Messstrom keine untere Grenze gesetzt. Die Messströme hängen in starkem Maße von der Anwendung ab.

Wir empfehlen bei:

100 Ohm:    max. 1 mA
500 Ohm:   max. 0,7 mA
1000 Ohm:   max. 0,3 mA
2000 Ohm:   max. 0,25 mA
10000 Ohm:   max. 0,1 mA

 

Thermische Ansprechzeiten

Die thermische Ansprechzeit ist die Zeit, die ein Platin-Dünnschichtsensor benötigt, bis er auf eine stufenförmige Temperaturänderung mit einer Widerstandsänderung reagiert hat, die einem bestimmten prozentualen Anteil der Temperaturänderung entspricht. Die DIN EN 60751 empfiehlt die Anwendung der Zeiten für eine 50 %- und 90 %ige Änderung. t0,5 und t0,9 sind in den Datenblättern für Wasser- und Luftströme von 0,4 bzw. 2,0 m/s angegeben. Umrechnungen auf andere Medien und Geschwindigkeiten lassen sich mit Hilfe des VDI/VDE 3522- Handbuchs durchführen.

Grundwerte für 100Ω Pt-Temperatursensoren nach DIN EN 60751
°C Ω Ω/°C   °C Ω Ω/°C   °C Ω Ω/°C   °C Ω Ω/°C
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-200 18,52 0,432   70 127,08 0,383   340 226,21 0,352   610 316,92 0,320
graue Linie
-190 22,83 0,429 80 130,90 0,382 350 229,72 0,350 620 320,12 0,319
graue Linie
-180 27,10 0,425 90 134,71 0,380 360 233,21 0,349 630 323,30 0,318
graue Linie
-170 31,34 0,422 100 138,51 0,379 370 236,70 0,348 640 326,48 0,317
graue Linie
-160 35,34 0,419 110 142,29 0,378 380 240,18 0,347 650 329,64 0,316
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-150 39,72 0,417 120 146,07 0,377 390 243,64 0,346 660 332,79 0,315
graue Linie
-140 43,88 0,414 130 149,83 0,376 400 247,09 0,345 670 335,93 0,313
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-130 48,00 0,412 140 153,58 0,375 410 250,53 0,343 680 339,06 0,312
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-120 52,11 0,409 150 157,33 0,374 420 253,96 0,342 690 342,18 0,311
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-110 56,19 0,407 160 161,05 0,372 430 257,38 0,341 700 345,28 0,310
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-100 60,26 0,405 170 164,77 0,371 440 260,78 0,340 710 348,38 0,309
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-90 64,30 0,403 180 168,48 0,370 450 264,18 0,339 720 351,46 0,308
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-80 68,33 0,402 190 172,17 0,369 460 267,56 0,338 730 354,53 0,307
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-70 72,33 0,400 200 175,86 0,368 470 270,93 0,337 740 357,59 0,305
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-60 76,33 0,399 210 179,53 0,367 480 274,29 0,335 750 360,64 0,304
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-50 80,31 0,397 220 183,19 0,365 490 277,64 0,334 760 363,67 0,303
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-40 84,27 0,396 230 186,84 0,364 500 280,98 0,333 770 366,70 0,302
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-30 88,22 0,394 240 190,47 0,363 510 284,30 0,332 780 369,71 0,301
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-20 92,16 0,393 250 194,10 0,362 520 287,62 0,331 790 372,71 0,300
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-10 96,09 0,392 260 197,71 0,361 530 290,92 0,330 800 375,70 0,298
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0 100,00 0,391 270 201,31 0,360 540 294,21 0,328 810 378,68 0,297
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10 103,90 0,390 280 204,90 0,358 550 297,49 0,327 820 381,65 0,296
graue Linie
20 107,79 0,389 290 208,48 0,357 560 300,75 0,326 830 384,60 0,295
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30 111,67 0,387 300 212,05 0,356 570 304,01 0,325 840 387,55 0,294
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40 115,54 0,386 310 215,61 0,355 580 307,25 0,324 850 390,48 0,293
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50 119,40 0,385 320 219,15 0,354 590 310,49 0,323      
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60 123,24 0,384 330 222,68 0,353 600 313,71 0,322      
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Thermoelektrische Wirkung

Platin-Dünnschichtsensoren erzeugen praktisch keinerlei thermoelektrische Kraft.

Schwingungen und Stöße

Platin-Dünnschichtsensoren sind Festkörperbauteile und als solche extrem schwingungs- und stoßfest. Der einschränkende Faktor ist normalerweise die Art der Montage. Die Prüfung gut montierter Platin-Dünnschichtsensoren ergab:
Schwingungsfestigkeit: 40 g über einen Bereich von 10 Hz bis 2 kHz
Stoßfestigkeit: 100 g, 8 ms Halbsinus

Allgemeine elektrische Parameter der Elementarsensoren

Induktivität:    <1µH
Kapazität:   1 bis 6 pF
Isolation:   >10 MOhm bei 20°C
>1 MOhm bei 500°C
Hochspannungsfestigkeit:   >1000 V bei 20°C
> 25 V bei 500°C

 

Mechanische Belastbarkeit

Platin-Dünnschichtsensoren sind empfindlich gegenüber mechanischen Belastungen die unter extremen Bedingungen zum Bruch oder Abplatzen der Glasabdeckung oder des Keramiksubstrates führen können. Unsachgemäße Behandlung oder ungeeignete Montageverfahren können zu bleibenden Veränderungen des Messsignals führen.

Die Anschlussdrähte werden während der Fertigung Zug- und Zerreißprüfungen nach MIL 833 und IEC 40046 unterzogen. Im Fall des Nickel-Platin- Manteldrahtes werden die Produkte freigegeben, wenn Faxial > 8 N (ohne Glaskeramik-Anschlussversiegelung) ist.

Wiederholgenauigkeit

Platin-Dünnschichtsensoren von Heraeus Sensor Technology zeichnen sich durch eine hohe Wiederholgenauigkeit des Signals aus.

Genauigkeitstoleranzklassen

Heraeus Sensor Technology liefert Platin-Dünnschichtsensoren nach DIN EN 60751 in den Genauigkeitstoleranzklassen B und darüber hinaus in A und 1/3 DIN (siehe folgende Tabelle). Proportional begrenzte Toleranzen richten sich nach Δt = ±1/a (0,3°C + 0,005 Itl) mit a = 1, 2 oder 3

Grenzabweichung für 100Ω Platinsensoren
Temperatur °C   Grenzabweichungen
 
Klasse A
 
Klasse B
  °C Ohm °C Ohm
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-200 ±0,55 ±0,24 ±1,3 ±0,56
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-100 ±0,35 ±0,14 ±0,8 ±0,32
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0 ±0,15 ±0,06 ±0,3 ±0,12
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100 ±0,35 ±0,13 ±0,8 ±0,30
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200 ±0,55 ±0,20 ±1,3 ±0,48
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300 ±0,75 ±0,27 ±1,8 ±0,64
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400 ±0,95 ±0,33 ±2,3 ±0,79
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500 ±1,15 ±0,38 ±2,8 ±0,93
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600 ±1,35 ±0,43 ±3,3 ±1,06
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650 ±1,45 ±0,46 ±3,6 ±1,13
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700     ±3,8 ±1,17
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800     ±4,3 ±1,28
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850     ±4,6 ±1,34
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Platin-Dünnschichtsensoren lassen sich auch in Toleranzgruppen mit einem maximalen Δt = 0,1 K über einen Bereich von 0°C bis 100°C selektieren. Für Anwendungen mit einer hohen Preissensibilität stehen auch andere Genauigkeitstoleranzen zur Verfügung.

Diagramm

Toleranzen von Basiswerten für Pt-Temperatursensoren sind in der DIN EN 60751 festgelegt. Danach gelten für:
Klasse B: Δt=±(0,3°C + 0,005 Itl)
Klasse A: Δt=±(0,15°C + 0,002 Itl)
und nach eigener Definition:
Klasse 1/3 DIN: Δt=±1/3 (0,3°C + 0,005 Itl),
Klasse 2B: Δt=±2(0,3°C + 0,005 Itl)

 

Langzeitstabilität

Alterungseffekte von Temperatursensoren infolge von Dauereinsatz oder Temperaturschock können die Genauigkeit und Reproduzierbarkeit des Sensorsignals negativ beeinflussen. Die Langzeitstabilität ist daher von größter Bedeutung.

Aufgrund der chemischen Stabilität und der Homogenität des verwendeten Platins zählen Platin-Dünnschichtsensoren zu den stabilsten Sensoren.

Je nach Betriebsbedingungen betragen die Widerstandsänderungen nach 5 Betriebsjahren bei 200°C typischerweise weniger als 0,04 %. Die Standardtestbedingungen umfassen 250 h, 500 h und 1000 h. Schock- und Langzeittests können jedoch auch nach individuellen Kundenbedürfnissen durchgeführt werden.

Klima und Feuchte

Eine doppelte Glasschicht und ein glaskeramischer Fixiertropfen schirmen das Sensorelement sicher vor Umwelteinflüssen ab. Messungen gemäß IEC 71 belegen, dass Klima und Feuchteschwankungen keinen Effekt auf die Messgenauigkeit des Sensorelements ausüben.

Beschaltung

Platin-Dünnschichtsensoren werden oft mit einem Dauerstrom versorgt, standardmäßig in 2-Leiterschaltung. Aus Gründen der Energieersparnis (Akku oder Batteriebetrieb) kann auch mit getaktetem Messstrom gearbeitet werden. Das Spannungsausgangssignal ist eine Funktion des Widerstandes Rt.
Wegen der einfachen quadratischen Funktion der Platin-Dünnschichtsensoren- Kennlinie sowie der Möglichkeit einer einfachen linearen Näherung stellt die Linearisierung des Messsignals kein Problem dar.

Anschluss

Standard-2-Leiterschaltungen können zu einem Verlust an Genauigkeit führen. 3- oder 4-Leiterschaltungen sind zu empfehlen:

  • bei längeren Kabeln und niedrigen Sensorgrundwerten wie Pt100, bei denen der Widerstand und der temperaturabhängige Widerstand des Kabels signifikante Werte erreichen
  • bei Platin-Dünnschichtsensoren mit engeren Toleranzen
  • wenn signifikante elektromagnetische Störungen vorliegen können verdrillte oder geschirmte Kabel verwendet werden

Lagerung

Platin-Dünnschichtsensoren dürfen ätzenden und korrodierenden Medien und Atmosphären nicht ausgesetzt werden. Bei einzelnen Typen sind gesonderte Lagerhinweise zu beachten.

Reinigung

Platin-Dünnschichtsensoren werden vor dem Verpacken gereinigt, eine weitere Reinigung ist normalerweise nicht erforderlich. Sollte nach der Montage eine Reinigung angebracht sein, so kann dies mit den meisten üblichen industriellen Verfahren erfolgen, einschließlich des Eintauchens in ein Flüssigkeitsbad. Wir empfehlen, rückstandsfreie Reinigungsmittel zu verwenden.

Handhabung

Platin-Dünnschichtsensoren sind Präzisionsbauteile und deshalb ist eine schonende Behandlung während der Montage zu beachten. Metallzangen, Klemmen oder andere grobe Greifvorrichtungen dürfen nicht verwendet werden. Für den Umgang mit den Elementarsensoren sind Plastikpinzetten zu empfehlen. Die Zuleitungen dürfen in der Nähe des Platin-Dünnschichtsensor-Körpers nicht gebogen werden. Eine häufige Neupositionierung der Zuleitungsdrähte sollte vermieden werden.

Anschlusstechniken

Beste Ergebnisse lassen sich durch Schweißverfahren (Widerstandsschweißen, Laserschweißen etc.) oder Lötverfahren (Weich-, Hartlöten) erzielen. Beim Hartlöten ist darauf zu achten, dass der Platin-Dünnschichtsensor-Körper nicht über seine maximale Nenntemperatur hinaus erhitzt wird.
Im Allgemeinen sollten die Lötzeiten beim Hartlöten unter drei Sekunden liegen. Crimpen und Ultraschallschweißen sind ebenfalls möglich.

  • Beim Crimpen muss darauf geachtet werden, jeglichen elektrischen Widerstand an der Verbindungsstelle zu vermeiden.
  • Beim Ultraschallschweißen sind die Zuleitungen aus der Ebene des Platin- Dünnschichtsensor-Körpers herauszubiegen, um eine innere Beschädigung auszuschließen.
  • Für die Baureihen SMD und SOT223 empfehlen wir die automatische Weiterverarbeitung mit dem Wellen- oder Reflow-Lötverfahren. Kleben und Einbetten

Kleben und Einbetten

Beim Kleben, Einbetten, Auspulvern oder Beschichten von Platin-Dünnschichtsensoren ist es wichtig, die Wärmeausdehnungskoeffizienten der verschiedenen verwendeten Materialien aufeinander abzustimmen, um mechanische Spannungen, die das Sensorsignal beeinflussen können, zu vermeiden. Die Einbettungsmaterialien sollten chemisch neutral sein. Die Position eines angeschlossenen Platin-Dünnschichtsensors darf auf keinen Fall nachträglich durch Verschieben seines Körpers korrigiert werden. Die Baureihe MR von Heraeus Sensor Technology ist bereits fertig in eine Keramikkapsel eingegossen. Die Baureihen SOT223 und TO92 sind kunststoffummantelt.

 

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